Wer beim Einkauf von Bonbons einen Blick auf die Nährwerttabelle wirft, um bewusst zu entscheiden, begegnet einem interessanten Phänomen: Die angegebenen Portionsgrößen variieren erheblich zwischen den Herstellern. Was auf den ersten Blick verwirrend erscheint, lässt sich mit einem Blick auf die Zahlen besser verstehen.
Unterschiedliche Portionsgrößen bei verschiedenen Produkten
Die Nährwerttabelle auf Bonbonpackungen zeigt oft Werte an, die sich auf einzelne Bonbons beziehen. Ein genauerer Blick offenbart jedoch: Die Größe dieser Portionen unterscheidet sich von Produkt zu Produkt deutlich. Während manche Hersteller ihre Nährwerte auf Bonbons von 6,1 Gramm beziehen, verwenden andere nur 1,4 Gramm als Referenz.
Diese Praxis führt dazu, dass ein schneller Vergleich zwischen verschiedenen Produkten erschwert wird. Die ausgewiesenen Werte pro Bonbon bilden jeweils nur die spezifische Größe des jeweiligen Produkts ab, nicht aber eine einheitliche Menge. Und genau hier liegt das Problem für alle, die wirklich wissen wollen, was sie da gerade naschen.
Wenn aus wenigen Gramm mehr werden
Die Rechnung ist einfach nachzuvollziehen. Ein nimm2-Bonbon von 6,1 Gramm enthält etwa 23 Kilokalorien und 4,2 Gramm Zucker. Wer zehn solcher Bonbons isst, nimmt entsprechend 230 Kilokalorien und 42 Gramm Zucker zu sich. Das entspricht etwa zehn Teelöffeln Zucker – eine Menge, die sich niemand ernsthaft in den Kaffee kippen würde.
Bei kleineren Bonbons von nur 1,4 Gramm sehen die Zahlen pro Stück deutlich niedriger aus, etwa 3 Kilokalorien pro Bonbon. Doch auch hier gilt: Die Gesamtmenge hängt davon ab, wie viele Bonbons tatsächlich konsumiert werden. Zehn dieser kleineren Bonbons würden etwa 30 Kilokalorien bedeuten. Klingt harmlos, aber wer hört nach zehn Bonbons wirklich auf?
Die 100-Gramm-Angabe als verlässliche Basis
Auf jeder Bonbonpackung findet sich neben der Portionsangabe auch die Nährwertangabe pro 100 Gramm. Diese standardisierte Angabe ermöglicht einen objektiven Vergleich zwischen verschiedenen Produkten, unabhängig von der Größe einzelner Bonbons.
Ein Blick auf konkrete Zahlen verdeutlicht dies: Herkömmliche Bonbons enthalten etwa 391 Kilokalorien pro 100 Gramm, nimm2-Bonbons liegen bei 374 Kilokalorien pro 100 Gramm, während Pfefferminz-Bonbons mit 235 Kilokalorien pro 100 Gramm deutlich darunter liegen. Diese Angaben sind direkt vergleichbar und bilden die tatsächliche Energiedichte der Produkte ab, ohne dass man zum Taschenrechner greifen muss.
Vergleichbarkeit durch standardisierte Angaben
Für Verbraucher, die verschiedene Bonbonsorten miteinander vergleichen möchten, bietet die 100-Gramm-Angabe eine klare Orientierung. Während die Portionsangaben je nach Hersteller und Produktgröße schwanken, bleibt diese Bezugsgröße konstant. Das macht den Einkauf deutlich einfacher, wenn man nicht einfach blind zugreifen will.

Wer beispielsweise kalorienärmere Bonbons suchen möchte, kann anhand der 100-Gramm-Werte schnell erkennen, welche Produkte tatsächlich weniger Energie enthalten. Die Pfefferminz-Bonbons mit 235 Kilokalorien pro 100 Gramm liegen deutlich unter den üblichen Bonbons mit knapp 400 Kilokalorien pro 100 Gramm. Das ist ein Unterschied, der sich bemerkbar macht.
Realistische Einschätzung der verzehrten Menge
Die Herausforderung beim Bonbonkonsum liegt weniger in den einzelnen Nährwerten als vielmehr in der Einschätzung der tatsächlich gegessenen Menge. Deutsche Verbraucher konsumieren durchschnittlich etwa 31 Kilogramm Süßwaren pro Jahr – eine beachtliche Menge, die sich über das ganze Jahr verteilt. Das sind immerhin rund 85 Gramm täglich.
Für Menschen mit Diabetes oder andere, die ihren Zuckerkonsum genau überwachen müssen, ist es wichtig, die Gesamtmenge im Blick zu behalten. Ein einzelnes nimm2-Bonbon mit 4,2 Gramm Zucker mag überschaubar erscheinen, doch mehrere Bonbons summieren sich schnell zu relevanten Mengen. Da hilft nur ehrliches Zählen.
Praktische Orientierungshilfen beim Einkauf
Um beim Einkauf von Bonbons eine fundierte Entscheidung zu treffen, empfiehlt sich ein systematisches Vorgehen. Der wichtigste Schritt: Konzentrieren Sie sich auf die Werte pro 100 Gramm. Diese Angabe ist standardisiert und ermöglicht echte Vergleiche zwischen verschiedenen Produkten.
Ein weiterer hilfreicher Ansatz besteht darin, die tatsächlich konsumierte Menge realistisch einzuschätzen. Wer weiß, dass er normalerweise mehrere Bonbons isst, sollte diese Menge berücksichtigen und die Nährwerte entsprechend hochrechnen. Etwa 30 Gramm entsprechen ungefähr einer Handvoll – ein Wert, der sich leicht merken und als Berechnungsgrundlage nutzen lässt. Bei den meisten Bonbons sind das zwischen 5 und 20 Stück, je nach Größe.
Bewusster Umgang mit Süßigkeiten
Die Nährwerttabelle bietet alle notwendigen Informationen für bewusste Entscheidungen – vorausgesetzt, man weiß, worauf man achten muss. Die 100-Gramm-Angabe gibt Aufschluss über die tatsächliche Energiedichte und den Zuckergehalt eines Produkts, unabhängig von der Größe einzelner Bonbons. Damit lassen sich Produkte fair vergleichen.
Wer die verschiedenen Angaben auf der Verpackung versteht und die 100-Gramm-Basis als Vergleichsmaßstab nutzt, kann gezielt Produkte auswählen, die den eigenen Ernährungszielen entsprechen. Das erfordert zwar einen bewussten Blick auf die Zahlen, ermöglicht aber eine informierte Kaufentscheidung. Mit diesem Wissen ausgestattet lässt sich der Süßigkeitenkonsum besser steuern und in eine ausgewogene Ernährung integrieren, ohne dass man sich jede kleine Nascherei verbieten muss.
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